Turbo-Dolomiten II

 

Es war Mai 2002 und diesmal war Pfingsten sehr früh im Jahr. Bereits am 19.5. war Pfingstsonntag und wir hatten uns, widrigen Wettervorhersagen zum Trotz, entschieden unseren Pfingsturlaub an unserem Lieblingstummelplatz zu beginnen..

Wer über ausreichendes Kartenmaterial verfügt, sollte dieses zum besseren Verständnis des Berichtes zur Hand nehmen. Wer keine Karte der erwähnten Pässe griffbereit hat, kann hier eine Pässeübersicht  auf seinen PC laden und mit einem Bildbearbeitungsprogramm seiner Wahl ausdrucken lassen, als Pässeübersicht im PDF-Format (Achtung!! Dateigröße 300 KB) oder als Datei für MS Autoroute 2001 downloaden .

Außerdem finden sich hier auch PDF-Dateien der gefahrenen Strecke bis Sterzing,  des Teiles innerhalb der Dolomiten und eine dazugehörige Datei für Microsoft Autoroute 2001.

Die Leser unserer anderen Dolomiten-Tourbeschreibungen wird die erwähnten Pässe dort ebenso vorfinden. Die hinterlegten Fotos sind allerdings neu und nicht mit den Bildern der anderen Beschreibungen identisch.

 

Tag 1:

Die Anreiseroute führte von Augsburg, über Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald, Richtung Innsbruck. Kurz nach Seefeld nutzten wir die Gelegenheit günstigen Sprit zu fassen. Eine Preisdifferenz von schlappen 12 Eurocent pro Liter lässt das deutsche Auge vor Neid tränen. Erneut ersparten wir uns auch diesmal über den kleinen Umweg via Axams / Mutters die sonst fällige Autobahnvignette.

Kurz darauf befanden wir uns auf der alten Brenner-Bundesstrasse, für Motorradfahrer auf dem Weg in den Süden eine schöne Einstimmung auf das folgende Kurvendorado Dolomiten. Wir hatten Glück: Obwohl auf der Brenner-Autobahn kilometerlange Pfingst-Staus befürchtet wurden, wich keiner auf die alte Brennerstrecke aus und wir fuhren mit relativ wenig Verkehr an 4 österreichischen Verkehrskontrollen unbehelligt vorbei. Hier wurde offensichtlich mal wieder echtes Geld verdient. (Übrigens -> vorgeschreibenes Verbands-Set für Österreich nicht vergessen) 

An Sterzing vorbei fuhren wir direkt in Richtung St. Ulrich (Ortisei). Der einsetzende Regen und die Erfahrung, daß um diese Jahreszeit kaum Hotels in den Dolomiten geöffnet haben, lies uns kurz vor St. Ulrich in Runggaditsch das Hotel Croce d' Oro aufsuchen. Wir fanden dort eine bezahlbares, sauberes Zimmer mit Bad für 30 EURO pro Person und Nacht.

Auch diesmal stellte sich, nach einer erfrischenden Dusche allmählich die Essensfrage. Wir fragten die Hotelbesitzerin nach einer Essensgelegenheit und wurden auf eine Pizzeria in einem Tennisheim in der Nähe verwiesen. Als wir Tennisheim hörten, klingelte es bei uns! Diese Pizzeria hatten wir doch schon mal besucht. Tatsächlich stellte es sich heraus, daß wir nur ca. 150 Meter von unserer Unterkunft aus dem Bericht vom Juni 2000 entfernt waren. Die Unterkunft von damals lag in diesem Jahr aber noch in einem tiefen Dornröschenschlaf.

Tag 2:

Nach dem Frühstück brachen wir frisch und munter auf. Über das Sellajoch (Paso di Sella) Bild2 / Bild3 fuhren wir zum Pordoi (Passo Pordoi) und im weiteren Verlauf über den Falzaregopass (Passo di Falzarego) Bild2 in Richtung Cortina d´ Ampezzo um dort frühzeitig Sprit zu fassen.

Diesmal stiessen wir aber nicht auf einen hilfsbereiten Tankwart, sondern nur auf eine unfreundlcihe anmutende Automatenzapfsäule. Es war Sonntag und Sprit gibt´s dann nur direkt am Automaten. 

Prompt stellten wir fest, daß der Automat zwar gerne EURO-Scheine verschiedener Größen und auch eine VISA-Karte akzeptieren würde, die Bedienungsanleitung für die Kreditkarte aber nur in italienisch verfasst war und wir als kleinsten Schein er 50er in der Geldbörse mitführten. Das entspräche etwa 45 Liter Benzin und somit ca. doppelt soviel wir wir aktuell brauchen konnten. Zum Glück standen noch eine größere Gruppe Motorradfahrer an der Tankstelle und einer von ihnen konnte unseren 50er wechseln. 

Wir fuhren anschließend von Cortina Richtung Süden über den Passo di Giau mit seinem herrlichen Ausblick, der leider heute wolkenverhangen war und nichts gutes ahnen ließ. Die weitere Fahrt führte dann über den Forcella Staulanza nach Zoldo Alto. 

Auf dem Passo Duran mit der kleinen Kirche und dem beidseitigen, wunderschönen Ausblick auf die Berge (Bild2) auf der Paßhöhe machten wir diesmal Pause. Allein die Tagliatelle mit Steinpilzen und der hervorragende Capucchino in der Passhütte (www.dolomiti.com/sansebastiano) entschädigen locker für manches Schlagloch, dem man auf der Strecke ausweichen musste. Während unseres Hüttenaufenthaltes begann es kräftig zu schütten und wir freuten uns, als es nach ca. 30 Minuten wieder nachließ.

Der Passo Duran stellt die Verbindung zum Passo Cereda und damit nach Fiera di Primero und zum Passo Rolle dar. Da der Regen seit dem Passo Duran nicht wirklich aufhörte, entschieden wir uns, die Pässerunde für heute abzubrechen und traten den Rückzug in unsere Unterkunft nach St. Ulrich an. Von andauerndem Regen genervt überquerten wir nun den Sella in der anderen Richtung und stellten fest, daß einem der Regen aber auch wirklich jeden Pass verleiden kann. Mit nassen Füßen (ja, ja -> wir waren anfangs zu faul die Überschuhe anzuziehen und dann war´s zu spät und die Schuhe waren klatschnaß) und kalten Fingern (ok, ich geb´s ja zu, auch die Überhandschuhe....) kamen wir in unserer Unterkunft an und begaben uns in´s einzige Restaurant in der Nähe (Ihr werdet es sicher kaum erraten -> Das Tennisheim) ließen es uns bei Pizza, frischem Salat, Eis, Capucchino ... gutgehen, und hofften auf besseres Wetter für den Heimweg.

Tag 3:

Hierzu gibt es nur zu berichten, daß wir von unserer Unterkunft bis zur deutschen Staatsgrenze im Dauerregen fuhren. Als kleiner Trost war wenigstens der Verkehr genauso ruhig wie bei unserer Anreise. Kaum waren wir auf bayerischem Boden, schon hörte der Regen auf und wir gelangten zügig und ohne weitere Regenschauer nach Augsburg. Trotz des vielen Regens, würden wir aber auch diesen Ausflug keinesfalls missen wollen und freuen uns bereits jetzt auf ein Wiedersehen mit den ganzen "passo´s".

 

Bemerkungen:

Wer sich für hervorragende Fotografien der beschriebenen Passstrecken interessiert, findet zusätzlich Bilder unter www.motoalps.de.