Grossglockner

 

Allen Motorradfreunden, die den Grossglockner noch nie auf Ihrem Fahrzeug überquert haben, kann ich nur zurufen -> Selbst schuld!

Vielleicht bringt die folgende Kurzbeschreibung jemanden auf die Idee, dieses Ziel selbst einmal in Angriff zu nehmen. Falls ja, wird derjenige es sicher nicht bereuen. Aktuelle Informationen gibt es auch unter http://www.grossglockner.at/grohag.htm. Als Download gibt es hier noch den Streckenplan als PDF-Datei bzw. als Datei für Microsoft AutoRoute 2001

 

Tag 1: Anfahrt zu unserem Quartier in St. Johann / Tirol:

Von Augsburg aus fahren wir über Königsbrunn und Mering in Richtung Ammersee. Am Westufer des Ammersees entlang gelangen wir nach Dießen und können uns nur schwer einen Abstecher auf den "Heiligen Berg" (=Wallfahrt zur Klosterbrauerei Andechs) verkneifen.

Die weitere Strecke führt uns Richtung Starnberger See und anschließend nach Penzberg. Dort bietet sich der Weg über Bad Tölz und Miesbach zum Schliersee an. Nach einem Mittagessen direkt am See machen wir uns wieder auf den Weg. Der nächste Haltepunkt ist Bayrischzell. Dort bietet sich die vorerst letzte Gelegenheit deutschen Sprit zu fassen. Nun steht die Wahl der weiteren Fahrtstrecke an.

Variante 1: Die Abzweigung in Richtung Ursprungspaß und im weiteren Streckenverlauf über Landl nach Kufstein. In der Fortsetzung bietet sich dann die breit ausgebaute Strecke Richtung Ellmau und St. Johann an.

Variante 2: Die Weiterfahrt auf der B307 über die kurvige (und bei schönem Wetter immer wieder gern genommene) Strecke über das Sudelfeld und den Tatzelwurm in Richtung Niederaudorf und Oberaudorf. Weiter geht es dann Richtung Walchsee und Kössen. Vor Kössen findet sich dann die Abzweigung Richtung St. Johann.

Wer´s lieber bequem hat, und gern auf gut ausgebauten, breiten Strassen unterwegs ist, sollte eindeutig die Variante 1 wählen. Die Variante 2 enthält doch die eine oder andere Kurve und so manche Bodenwelle, kombiniert mit eher mittelmässigem Fahrbahnbelag.

Nach Einzug in unserer Unterkunft in St. Johann, einem Besuch in der ortsansässigen Eisdiele, und einer im Laufe des Abends vertilgten Pizza erklären wir den Tag dann für beendet.

 

Tag 2: Der Ausflug über den Grossglockner

Nach einer geruhsamen Nacht geht es nun zum eigentlichen Reiseziel. Auf der Strecke nach Fieberbrunn wundern wir uns einmal mehr über die seltsame Streckenführung. Es ist kaum zu glauben, wieviele Kurven man in so wenige Kilometer Landstrasse einbauen kann. Die weitere Strecke führt uns über Saalfelden Richtung Zell am See. Dort folgen wir der Wegweisung zur Grossglockner-Hochalpenstraße.

Über die Orte Bruck und Fusch nähern wir uns auf einer schön gelegenen und bereits leicht kurvigen Zufahrtsstrecke der Mautstation, und damit dem einzig traurigen Kapitel dieses Ausfluges. Die Motorradmaut beträgt z. Zt. satte 230,-- Schilling bzw. 33,-- DM pro Motorrad. Die ebenfalls verfügbare 8-Tages-Karte ist mit 310,-- Schilling dagegen ein echtes Schnäppchen (aber wer will schon 8 Tage lang immer die gleiche Strecke fahren).

Aber soviel vorneweg -> die Maut ist gut angelegt und wer den Grossglockner einmal überquert hat, kann sich vorstellen, welche Unsummen der Erhalt dieser einzigartigen Strecke jährlich verschlingt.

Nach Durchfahrt durch die Mautstation bietet sich bereits ein gigantisches Alpenpanorama

Anschließend geht es Kehre um Kehre und Kurve um Kurve hinauf bis zum Großparkplatz unterhalb der Edelweissspitze. Wer Kopfsteinpflaster nicht scheut, sollte unbedingt auch die Auffahrt zur Edelweissspitze nutzen. Dort gibt es ausser einer Gedenktafel einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge. Einige Meter unterhalb der Spitze findet sich auch eine kleine Gaststätte mit der Gelegenheit zu einer kurzen Verschnaufpause.

Nach dem Rückweg zum Motorrad kann die Fahrt weitergehen. Die Strecke von der Edelweissspitze vorsichtig heruntergefahren und schon geht es ab in Richtung Hochtor. Das Hochtor liegt auf 2572 Meter Seehöhe und an der Schneelage kann man erahnen, wie es hier wohl im Winter aussieht.

Weiter geht die Fahrt bis zum Abzweig zur Franz-Josephs-Höhe. Dort oben findet man außer einem großen Parkplatz mit Parkhaus auch den Weg zum Gletscher und hat einen herrlichen Blick auf die Gletscherpasterze. Wer ein wenig Glück hat, kann auch einige Murmeltiere beobachten, die sich mittlerweile an den Menschenauflauf gewöhnt haben. Der obligatorische Souvenirshop bietet erwartungsgemäß die Plüsch-Verwandten der Murmeltiere und andere Stofftiere (teilweise zu wirklich fairen Preisen) zum Verkauf an.

Nach einer Portion Eis machen wir uns wieder auf den Weg.

Zurück auf der Strasse führt uns der Weg Richtung Heiligenblut. Als wir den ersten Blick auf die Mautstation am Streckenende erhaschen, können wir uns nicht überwinden, die Hochalpenstraße bereits jetzt zu verlassen. Die Entscheidung ist schnell getroffen. Wir verwerfen unseren Plan, über Lienz und durch den Felbertauerntunnel den Rückweg anzutreten und beschliessen -> Wir fahren wieder über den Grossglockner zurück! Also nichts wie gewendet und zurück durch das Hochtor, an der Edelweissspitze vorbei ...

Der Heimweg über Fusch und Pichl führt uns diesmal Richtung Mittersil und über den Paß Thurn nach Kitzbühel und "nach Hause" in unser Nachtquartier.

 

Tag 3: Der Heimweg

Für die Heimreise habe wir uns eine neue Streckenführung ausgesucht. Der Weg führt uns von St. Johann / Tirol über Ellmau nach Wörgl. Dort folgen wir der Wegweisung Richtung Schwaz. Nachdem wir Brixlegg passiert haben, biegen wir in Richtung Achensee ab. Am malerisch gelegenen Achensee vorbei gelangt man zum Sylvenstein-Stausee.

Dort stehen wir vor der Alternative, ob wir die gebührenpflichtige (5,--DM) Strecke über Vorderriß in Richtung Wallgau wählen sollen, oder lieber die Landstrassse in Richtung Bad Tölz weiterfahren. Die Strecke über Vorderriß -> Wallgau zum Walchensee ist hierbei eindeutig die bessere Wahl. Sollte diese Strecke aufgrund des Wasserstandes o. ä. gesperrt sein, gibt es außerdem noch eine ebenfalls mautpflichtige Alternative über Lenggries -> Jachenau zum Walchensee.

Am Walchensee entlang gelangen wir schliesslich zum Motorradfahrertreff Kesselberg und zum Kochelsee.

Weiter führt uns der Heimweg nach Benediktbeuren und dort Richtung Weilheim. In Antdorf biegen wir auf die Strecke Richtung Marnbach ab. Die folgenden Kilometer lassen uns nochmals von einer sanften Kurve zur nächsten schweben.

In Weilheim angekommen, führt der Weg wieder Richtung Ammersee. Diesmal wählen wir die Ostseite des Sees für die weitere Strecke. Der Wunsch heimzukommen, hält uns erneut vom Besuch des heiligen Berges ab. In Inning angekommen, wollen wir nur noch nach Hause. Die Hinterteile machen sich angesichts der ungewohnten Belastung allmählich unangenehm bemerkbar und uns kommt die Schnellstrasse Richtung Landsberg gerade gelegen. Von Landsberg aus führt uns die B17 auf schnellstem Weg nach Hause.

Trotz der wehen Hinterteile würden wir keinen Moment dieses Ausfluges missen wollen.